GARTEN
Japangarten im Hof des Kunstmuseums Wolfsburg
Seite 1 | 2 | 3




Ein Ort der Kontemplation
Der Japangarten wurde konzipiert als Ort, an dem Menschen zur Ruhe kommen können. Als Ort, der ihre Wahrnehmung verändert und sie öffnet für innere Bilder und Gedanken.

Ausstellungsbesucher können hier nach der Auseinandersetzung mit der Kunst in einer ganz anderen Atmosphäre über das Gesehene nachdenken.



Besucher, die direkt von außen vom Hollerplatz kommen, finden sich in eine andere Welt versetzt.
Elemente der Ruhe
Durch die Elemente, die die stark strukturierten Fassaden des Museums unterschiedlich abschirmen, entsteht ein "leerer" Raum, der die erforderliche Ruhe vermittelt.



Dazu tragen die großzügigen waagerechten Flächen wie die Kiesfläche und die goldene Deckenfläche sowie die senkrechten Flächen der gestockten homogenen Betonwände bei.
Das japanische Vorbild
Vorbild ist der berühmte Zen-Garten im Ryoan-ji-Tempel in Kyoto. Die Proportion, die Dimension und die Art der Gestaltung beider Gärten sind fast identisch.

Ebenso wie im Ryoan-ji wandelt der Besucher nicht in der Anlage umher, sondern er betrachtet den Garten von dem dafür vorgesehenen überdachten Meditationsbereich aus.

Die Elemente im Garten sind so platziert, dimensioniert und gestaltet,





dass sie auf die Art der Wahrnehmung einwirken. Diese wird sogar verzerrt und durch bewusste Lenkung stark sensibilisiert - eine wichtige Voraussetzung zum Meditieren.
Unterschied zum japanischen Vorbild
Während sich der Steingarten vom Ryoan-ji in einem begrünten Tempelbezirk befindet und der Besucher hinter dessen Mauern schöne alte Bäume erkennen kann, liegt der Garten des Kunstmuseums in einem Gebäudehof, der die Atmosphäre technologischer Stadtzivilisation ausstrahlt.

Dieser Eindruck muss zum Zweck der Meditation weitgehend gebrochen und doch zugleich einbezogen werden.



Intention der Gestaltung ist es, der Fantasie des Besuchers freien Lauf zu lassen, auch während er ständig Signale erhält, daß er sich nirgendwo anders befindet als mitten in einer Stadt des 21. Jahrhunderts.

Das unterscheidet den Garten im Museumshof von seinem japanischen Vorbild. Das Bewusstsein für diese Differenz ist für das Einrichten eines Japanischen Gartens in diesem anderen kulturellen und räumlichen Zusammenhang grundlegend. Es soll über die Exotik hinausgehen.

Seite 1 | 2 | 3